Lagebeschreibung

Unsere Schule grenzt an weite, bis an den Horizont reichende Felder, die landwirtschaftlich genutzt werden. Weizen, Gerste, Roggen, und Zuckerrüben werde auf dem fruchtbaren, lösshaltigen Boden angebaut. Im Hochsommer zur Erntezeit, wenn die goldgelben, mit rotem Klatschmohn durchsetzten Felder geerntet werden, erleben wir diese kultivierte Naturlandschaft in zweifacher Hinsicht: die großen Flächen eines gelb wogenden ‘Ährenmeeres‘ und während der Ernte den Duft von frisch gemähtem Korn.
Im Herbst, wenn die Zuckerrüben aus dem Boden geholt werden, ist die Luft erfüllt von dem süßlichen Geruch gekochter Rüben, der von einer nahen Zuckerfabrik herübergeweht wird.
Erkundet man den ganzen Horizont, so entdeckt man auch die unübersehbaren Spuren der technisch genutzten Umwelt. Hohe Wolkenberge aus Kraftwerken, die Braunkohle in Strom umwandeln, türmen sich auf. In diesen riesigen Wolken befindet sich, im Gegensatz zu früher, nur noch wenig Schwefel (der bei der Stromgewinnung bzw. Verbrennung von Kohle anfallende Schwefel wird heute in Sulfat verwandelt und findet als Gips Verwendung) und Kohlenmonoxid.
Nicht weit von der Schule entfernt lag der größte zusammenhängende Eichenwald Europas.  Er ist dem Tagebau zum „Opfer“ gefallen.
Andererseits erleben wir, dass in der Folge des Tagebaus neue Kulturflächen entstehen, dass inzwischen schon mehr neuer Wald angelegt wurde, als vorher vorhanden war und der Tagebau den meisten hier wohnenden Menschen Arbeit gibt. Wir erfahren von den Archäologen, dass dort, wo der uns bekannte Altwald war, die Römer früher Landwirtschaft betrieben haben. So verwischen sich die Begriffe Natur, Landwirtschaft und Technik ständig.